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Suzumushi 鈴虫 Maki-e Natsume Suzuya Tetsugorō

Suzumushi 鈴虫 Maki-e Natsume Suzuya Tetsugorō

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Diese elegante schwarze Urushi-Natsume ist ein raffiniertes Beispiel japanischer Lackkunst innerhalb der Teekultur, dekoriert mit einem zurückhaltenden Suzumushi-Motiv, der japanischen „Glockengrille“, die traditionell mit dem Spätsommer und dem Übergang zum Herbst assoziiert wird.

Motiv

Auf dem tief glänzenden schwarzen Lack ist lediglich eine einzelne Grille abgebildet, ausgeführt in feinem goldfarbenem Maki-e. Die Flügel sind subtil mit einem Perlmutt-Effekt veredelt, wodurch sie je nach Lichteinfall Nuancen von Blau, Violett und Türkis zeigen. Durch diese minimalistische Komposition entsteht eine stille, poetische Spannung zwischen Leere und Detail.

Saisonalität

Die Suzumushi nimmt in Japan einen besonderen Stellenwert in der Wahrnehmung der Jahreszeiten ein. Das erste Zirpen der Grille markiert traditionell das Ende des Sommers, wenn die Luft kühler wird und die Natur sich langsam Richtung Herbst bewegt. Der Klang wird als sanft, beruhigend und fast meditativ empfunden.

Während der Heian- und Edo-Zeit wurden Suzumushi von Adligen und wohlhabenden Familien sogar in kleinen Bambuskäfigen gehalten, nur um an stillen Sommerabenden ihrem Gesang zu lauschen. Dem Zirpen der Grillen zuzuhören galt dabei als eine verfeinerte Form des jahreszeitlichen Bewusstseins, vergleichbar mit dem Wertschätzen von Poesie, Weihrauch oder der Teezeremonie.

Symbolik

Da die Suzumushi nur eine Saison lang lebt und nur kurz zu hören ist, wurde die Grille zu einem klassischen Symbol für „Mono no aware“, das wehmütige Bewusstsein für die Vergänglichkeit und die Schönheit des Augenblicks. Innerhalb der japanischen Teekultur dreht sich Ästhetik nicht um Überfluss, sondern um Subtilität, Jahreszeit und Andeutung.

Die Suzumushi ist daher ein beliebtes Motiv in Chanoyu – nicht nur wegen ihres Aussehens, sondern vor allem wegen der Atmosphäre, die sie heraufbeschwört: kühle Abende, Stille, Aufmerksamkeit und das Wissen um die Flüchtigkeit der Schönheit.

Objektdaten

  • Titel: Suzumushi (鈴虫)
  • Typ: Ōnatsume (große Teedose für Matcha)
  • Künstler: Suzutani Tetsugorō (鈴谷鉄五郎)
  • Motiv: Suzumushi, die japanische Glockengrille
  • Technik: Maki-e in Goldpuder mit subtilem Raden auf Urushi-Lack
  • Dekorationsstil: Minimalistisch
  • Material: Holz mit tiefschwarzem Roiro-Urushi-Lack
  • Finish: Hochglanzpolierter Lack mit feiner Pinselführung in Gold-Maki-e
  • Farbeffekt: Subtiler irisierender Effekt in den Flügeln (Blau, Violett, Türkis)
  • Durchmesser: ca. 7 cm
  • Höhe: ca. 7,5 cm
  • Zeitraum: spätes 20. Jahrhundert, Showa- bis Heisei-Zeit
  • Herkunft: Wajima, Präfektur Ishikawa, Japan
  • Verwendung: Teezeremonie (Chanoyu) und Sammlerobjekt
  • Zustand: Sehr gut
  • Besonderheit: Sehr zurückhaltend, typisch für zeremonielles Lackgeschirr
  • Zubehör: Originale Tomobako (hölzerne Aufbewahrungsbox) mit Signatur

Tomobako

Die Tomobako trägt dieselbe Signatur wie die Natsume und bestätigt das Werk von Suzutani Tetsugorō (鈴谷鉄五郎). Der Stil entspricht der japanischen Wajima-Produktion des späten 20. Jahrhunderts, wahrscheinlich für den Gebrauch in der Teezeremonie bestimmt. Die Qualität des Lackes, des Maki-e und der Komposition hebt das Werk deutlich von Standardgebrauchsstücken ab.

Signatur und Künstler

Suzutani Tetsugorō (鈴谷鉄五郎) war ein Maki-e-Künstler aus Wajima in der Präfektur Ishikawa, einem bedeutenden Zentrum traditioneller japanischer Lackkunst. Geboren 1932 in einer Familie von Lackkünstlern, wurde er von klein auf in den Techniken des Wajima-nuri ausgebildet, das für seinen tiefen Glanz, langlebige Lackschichten und raffinierte Golddekoration bekannt ist.

Ab 1946 studierte er unter dem einflussreichen Meister Ichigo Icchō (一后一兆), woraufhin er 1951 sein eigenes Atelier eröffnete. Sein Werk entwickelte sich zu einem äußerst raffinierten Stil, in dem jahreszeitliche Stimmung, Stille und Subtilität im Mittelpunkt standen – eng verbunden mit der Ästhetik der japanischen Teezeremonie.

Sein Werk zeichnet sich aus durch:

  • äußerst feine Maki-e-Pinselstriche
  • subtilen Einsatz von Gold- und Silberpuder
  • minimalistische Kompositionen
  • poetische Natur- und Jahreszeitenmotive

Im Gegensatz zu reich dekorierten Objekten entschied er sich bewusst für Leere und Ruhe, wodurch ein einzelnes Detail wie diese einsame Grille zusätzliche Kraft und Präsenz erhält.

Suzutani Tetsugorō wurde später als traditioneller Handwerksmeister (Dento Kōgeishi) anerkannt und war in der Wajima-Maki-e-Gilde aktiv. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen der Stadt Wajima und der Präfektur Ishikawa für seinen Beitrag zur Bewahrung der traditionellen Lackkunst.

Die Suzumushi-Natsume ist ein typischer Ausdruck seiner Ästhetik: tiefschwarzer Roiro-Lack, minimale Dekoration und eine stille jahreszeitliche Symbolik, die nicht sofort ins Auge fällt, sondern sich langsam entfaltet – genau so, wie innerhalb der Teekultur Schönheit in Achtsamkeit, Stille und Vergänglichkeit erfahren wird.

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